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„Löwe frisst Gams"

Dr-Feldmann-Hr-HohRund einhundert Gäste konnte der Vorstand des Aschauer Heimat- und Geschichtsvereins (HGV), Dr. Ulrich Feldmann, im Sudhaus der 1991 still gelegten Schlossbrauerei Hohenaschau (1549-1991) begrüßen. Das lebhafte Interesse spricht für die Aktualität der Themenreihe „Baukultur im Priental" des HGV. Diesmal informierten sich die Vereinsmitglieder über den Stand der Dinge in Sachen Umbau der historischen Bausubstanz der ehemaligen Schlossbrauerei im Gemeindeteil Hohenaschau.

Seit nahezu zwei Jahrzehnten wurden Projekte für das aus dem Jahr 1901 stammende alte Brauereigebäude entwickelt und wieder verworfen. Endlich fand sich die Gesellschaft für die Erhaltung von Kulturgütern (GEK), die den dem Verfall preis gegebenen denkmalgeschützten Komplex unter Wahrung der ursprünglichen Außenansicht, in Wohneigentum umwandelte. Damit konnte ein Schandfleck im baulichen Ensemble Hohenaschaus getilgt werden. Der Verkaufsleiter der GEK, Herr Alexander Hoh, den Dr. Feldmann begrüßte, ermöglichte den Aschauern den Zugang zum unverändert gebliebenen Sudhaus und zu zwei fertigen Wohnungen.

Zunächst schilderte der Bierbrauer und leidenschaftliche Sammler von Brauerei-Exponaten, Alexander Schlager aus Teisendorf, den auf „Tuchfühlung" mit den kupfernen Sudpfannen dicht gedrängt stehenden Zuschauern, den Brauvorgang. Gestützt auf Schaubilder und getragen vom Ambiente der alten Brauerei gelang es ihm, mit seinem lebhaften und fachkundigen Vortrag das alte Gebäude lebendig werden zu lassen. Im Erdgeschoß des Gebäudes konnten die Zuhörer dann noch eine Auswahl von Schlagers gesammelten Brauerei-Utensilien betrachten, bevor sie einen Blick in die neu eingerichteten Wohnungen des Gebäudes warfen. Was die GEK während der letzen beiden Jahre aus dem historischen Gebäude entwickelte, fand allgemein Lob und Anerkennung. Auf diese Weise konnte wenigstens die hübsche Optik an dieser exponierten Stelle erhalten werden.

Nach der Besichtigung schauten sich die Vereinsmitglieder nebenan im Gasthof Baumbach den Film mit dem treffenden Titel „Löwe frisst Gams" an. Er entstand kurz vor Stilllegung der Brauerei, nur drei Jahre, nachdem Löwenbräu die traditionsreiche Schlossbrauerei „vom Markt gekauft" hatte. Er ist heute bereits ein wichtiges Zeitdokument, da im Film die Brauerei noch in vollem Betrieb zu sehen ist. Dazu schildern Zeitzeugen Bedeutung und nahendes Ende u.a. für etwa 40 Arbeitsplätze. Georg Antretter, Vorstandsmitglied des HGV und freier Mitarbeiter der Bayerischen Rundfunks, ist es zu verdanken, dass damals dieses Thema von Conny und Edmund Ballhaus, Filmakademie Göttingen, aufgegriffen wurde. Der HGV unterstützte die Produktion finanziell, bei der Antretter erstmals die Regie für eine Dokumentation übernahm.

Dr. Feldmann bedankte sich bei Akteuren und Mitgliedern für einen außerordentlich gelungenen Vereinsabend.