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Kulturhistorischer Spaziergang St. Salvator

phoca thumb l DSC 0375-neuAm 10. April 2012 lud der Heimat- und Geschichtsverein Aschau zu einem klturhistorischen Spaziergang nach St. Salvator / Prien und Umgebung ein. Mit Kreisheimatpfleger Knut Stolte wanderten wir in Prien von St. Salvator über das Eichental und Aumühle nach Siggenham und Pinswang und wieder zurück nach St. Salvator.phoca thumb l DSC 0380-neu

St. Salvator verdankt der Legende nach seine Entstehung einem Hostienfrevel. Eine Siggenhamerin nahm nach der Kommunion die Hostie mit auf den Nachhauseweg, wo sie unterwegs jedoch das schlechte Gewissen plagte und sie die Hostie auf den Boden legte, wo sie wunderbarerweise im Boden verschwand, genau an der Stelle, wo heute der Barockaltar steht. Die Kirche wird im 12. Jhdt. das erste Mal erwähnt, der jetzige Bau stammt aus dem 15. Jhdt.

Der Weg führte uns entlang am Kreuzweg der Eggstätter Künstlerin Christine Stadler hinunter ins Eichental, vorbei an an den Naturhöhlen, die während des zweiten Weltkrieges von KZ Häftlichen zu unterirdischen Bunkern ausgebaut wurden. An der ehemaligen Aumühle, die schon 1420 erstmals urkundlich erwähnt wurde, konnten wir an der Ostseite die Fresken von franz Xaver Tiefenbrunner bewundern.

Der nächste Halt war beim Priener Elektrizitätswerk, das bereits 1906 -ursprünglich mit Dampf betrieben - unter Mitwirkung von Oskar von Millerphoca thumb l DSC 0389-neu errichtet wurde, und das seit 1912 ununterbrochen in Betrieb ist. Seit dieser Zeit wird es mit Wasserkraft betrieben.

Am östlichen Ortseingang von Siggenham besuchten wir eine Martersäule, die Freiherrn von Schlurf gewidmet ist, der 1639 während des dreißigjährigen Krieges hier tödlich verunglückte. Unser weiterer Weg führte uns an eine Anhöhe wo Rolf und Kurt Scheler mit einem Gedenkstein gedacht wird, die beide im ersten Weltkrieg in Palästina, bzw. Frankreich gefallen sind. Ihr Vater, der Generalmajor Theodor Scheler ließ vermutlich den Gedenkstein errichten. Er war es auch, der dank einer großzügigen Grundstücksspende den Bau der evangelischen Kirche in Prien ermöglichte.

phoca thumb l DSC 0404-neuUnser Weg führte uns, vorbei an der Villa des Schriftsellers Wilhelm Jensen, hinauf nach Pinswang zum früheren Salzburger Maierhof, in dem bereits seit 927 der Salzburger Zinsprobst residierte. An der Kriegergedächtniskapelle oberhalb von Pinswang war die Gelegenheit zu einer kurzen Rast, bevor es weiter zum Wasserspeicher der Marktgemeinde Prien ging. Dieses Gebäude ziert ein Sgraffito des Priener Malers Konrad Huber.

Weiter ging es durch einen kleinen Wald, vorbei an der Villa, die ehemals von Rudolf Sieck, einem bekannten Priener Kunstmaler, bewohnt wurde, hinaus auf eine Anhöhe, die einen wunderschönen Blick auf Prien, den Chiemsee und die umliegenden Berge bot. Am Fuße dieser Anhöhe wurden 1955 bei Straßenbauarbeiten Überreste einer Römersiedlung gefunden.

Damit war unsere Wanderung zu Ende. Sie hat uns allen interessante Einblicke in die Priener Ortsgeschichte gebracht, wozu insbesondere das fundierte Hintergrundwissen von Knut Stolte beitrug. Vielen Dank.

Fotos zur Wanderung