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Bericht zum Ausflug Maria Klobenstein / St. Remigius / St. Maria

Der Juni Stammtisch des Heimat- und Geschichtsvereins wurde erstmals als gemeinsame Veranstaltung des Achentaler und des Aschauer Geschichtsvereins durchgeführt. Gemeinsam besuchte man die Kirchen "Maria zu den sieben Linden" in Raiten, "St. Remigius" in Schleching und "Maria Klobenstein" am Klobenstein, wo auch in einer Andacht der verstorbenen Mitglieder beider Vereine gedacht wurde.

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Hartmut Rihl begrüßte alle Teilnehmer am Kirchbichl von der Raitener Marienkirche. Hier findet seit 1952 die alljährliche Trachtenwallfahrt des Chiemgau Alpenverbandes statt. Herr Rihl erinnerte in diesem Zusammenhang an Ludwig-Benedikt von Cramer-Klett, der in seiner Eigenschaft als langjähriger Schirmherr hier immer wieder präsent war. phoca thumb l dsc00018Die Raitener Kirche ist aus den Resten einer Burg aus dem 12. Jhdt. entstanden, die Reste des Bergfrieds sind noch erkennbar. Ursprünglich war die Kirche wohl der Hl. Gertrud geweiht, die im oberen Teil des Altares noch abgebildet ist. Als weitere Patronin ist die Hl. Kummernus (auch Wilgefortis) bekannt, derer auf einer Tafel aus dem Jahre 1537 gedacht wird. Der Legende nach wollte Kummernus keinen heidnischen Bräutigam heiraten. Sie bat Gott inständig darum, nicht mehr so begehrenswert zu sein. Des halb, so die Legende, wuchs ihr ein langer Bart. Ihr Vater ließ sie wegen Ungehorsams ans Kreuz schlagen. Die Marienfigur im Hochaltar stammt aus dem 15. Jhdt. Hinter dem Hochaltar sind Wandmalereien aus dem Jahr 1440 zu sehen, die, so vermutet man, von dem selben Künstler stammen, der auch die Streichen Kirche ausgemalt hat.

phoca thumb l dsc 0740Schleching und das Tal der Tiroler Ache sind seit frühester Zeit besiedelt, die erste urkundliche Erwähnung war 1135. Die Bauernhöfe rund um die Kirche waren Salzburgische, herzogliche, baumburgische und Lehen von Herrenchiemsee. Die Kirche ist dem Hl. Remigius geweiht, der im Jahre 496 den fränkischen König Chlodwig getauft hat. Sie wurde von Abraham Millauer in den Jahren 1735 - 1753 an derselben Stelle erbaut, an der sich eine romanisch/gotische Vorgängerkirche befand. Hartmut Rihl wies auf zwei architektonische Besonderheiten hin: die Fenster sind nicht einheitlich und der Turm hat kein eigenes Fundament, sondern er sitzt auf zum Teil auf dem Dach auf, was nach dem Einbau des elektrischen Geläutes aufgrund von Schwingungen zu Rissen geführt hat . Das Altarbild zeigt die Taufe des Chlodwig durch den Hl. Remigius. Es wurde von Floridus Rappl (1688 - 1759) gestiftet und von Johann Baptist Zimmermann gemalt. In diesem Zusammenhang ist zu vermuten, dass auch die Stuckarbeiten von Johann Baptist Zimmermann stammen. Floridus Rappl ist der berühmteste Sohn Schlechings. Er wurde in hier geboren, er studierte in Salzburg und Ingolstadt und brachte es bis zum Archidiakon von Herrenchiemsee.  Oberhalb des Altarbildes ist das Wappen von Floridus Rappl zu sehen, das u.a. den Inseldom aus der Zeit von 1740 zeigt, darüber ein Bild des Hl. Egidius. Die beiden Figuren am Hochaltar zeigen Petrus und Paulus und wurden geschaffen von dem Salzburger Bildhauer Johann Georg Hitzl.

Am Klobenstein erzählte Fritz Irlacher über die Geschichte des Ortes und die Grenzstreitigkeiten, die im Laufe der Zeit immer wieder hier ausgetragen wurden, und auch Geschichten über Schmuggler und "Schwärzer" durften nicht fehlen. Die engste Stelle der Schlucht, das "Entenloch" wurde 1906 frei gesprengt, da hier "verklaustes" Holz immer wieder zu Hochwassern im flussaufwärts gelegenen Kössen geführt haben.

Der Mesner von Maria Klobenstein erläuterte uns die Geschichte des Ortes. Maria Klobenstein verdankt seine Entstehung der Legende nach einem Wunder:

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1733 wurde eine weitere Kapelle (Lorettokapelle") gebaut und später mit der Gnadenkapelle verbunden, am Klobenstein selbst wurde 1886 noch die "Lourdes Kapelle" gebaut, in deren Innerem eine als heilig geltende Quelle gefasst ist. Dem Wasser dieser Quelle wird eine heilende Wirkung insbesondere gegen Augenkrankheiten nachgesagt.

Nach der Andacht für die Verstorbenen beider Vereine war noch Gelegenheit, die Kapellen und den Klobenstein selbst zu besuchen, und die "abstreifende" Wirkung des Spaltes am Klobenstein zu überprüfen. Der Abend klang mit einer Brotzeit im Gasthof "Zellerwand" in Schleching/Mettenham aus.

Insgesamt wurde die erste gemeinsame Veranstaltung des HGV Achental und des HGV Aschau positiv aufgenommen. Das nächste Mal treffen wir uns wieder am 13.8.2012 in Grassau. Hier werden wir auf die Bayerische Landesausstellung 2012 vorbereitet.

Fotos zum Ausflug finden Sie hier.