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Einstimmung auf die Landesausstellung in Burghausen

logo-2Zur Vorbereitung auf den Besuch der jährlichen Landesausstellung des Hauses der bayerischen Geschichte veranstaltet der Heimat- und Geschichtsverein Aschau seit einigen Jahren entsprechende Einführungsveranstaltungen, für die jeweils immer Referenten des Hauses der bayerischen Geschichte gewonnen werden konnten. Im letzten Jahr vereinbarten die Vorstände der Geschichtsvereine Achental und Aschau, künftig diese Einführungsveranstaltungen gemeinsam abwechselnd auszurichten. Dieses Jahr demzufolge waren die Achentaler an der Reihe, und so luden sie in den kleinen Heftersaal nach Grassau ein. Eine kleine Delegation des Aschauer Vereins war der Einladung gefolgt. Herr Dr. Grabmüller stellte die Referentin Frau Dr. Barbara Kink vom Haus der bayerischen Geschichte vor. Sie hat Geschichte, Germanistik und Politikwissenschaften studiert und im Fach Landesgeschichte promoviert. Frau Dr. Kink ist seit 2007 Lehrbeauftragte am Lehrstuhl für bayerische Geschichte an der Ludwig-Maximilian-Universität in München.

Die Landesausstellung 2012 beschäftigt sich mit den wechselvollen geschichtlichen Beziehungen zwischen Bayern und Österreich. Sie wird vom Freistaat Bayern, vertreten durch das Haus der bayerischen Geschichte, und von der Oberösterreichischen Landesregierung gemeinsam ausgerichtet. Ausstellungsorte sind die Burg Burghausen, Schloss Mattighofen und Kloster Ranshofen (Braunau). Die Zusammenarbeit mit den österreichischen Stellen war nicht immer einfach, wie Frau Dr. Kink bemerkte. Bereits der vom Haus der bayerischen Geschichte ursprünglich angedachte Titel der Ausstellung "Als Österreich noch bei Bayern war" sorgte für die ersten Irritationen auf der österreichischen Seite, und so einigte man sich auf den Titel "Verbündet Verfeindet Verschwägert". Auch die Herangehensweise an die Ausstellung unterschied sich. So mussten die bayerischen Ausrichter mit einem Etat von ca. € 1,4 Millionen auskommen, wohingegen auf der österreichischen Seite ca. € 20 Millionen zur Verfügung standen. Die Ausstellung in Burghausen ist eher geprägt durch hochwertige Exponate und setzt auch schon einiges Wissen voraus, die Ausstellungen in Mattighofen und Ranshofen sind eher touristisch geprägt und damit auch leichter zugänglich.

Die Ausstellung ist chronologisch gegliedert: in Burghausen die Geschichte Bayern - Österreich im Mittelalter, ausgehend von der Ostarichi Urkunde Ottos III. von 996 bis hin zur Übertragung Tirols durch Margarete Maultasch an Rudolf IV. im Jahr 1363. In Ranshofen im ehemaligen Augustiner Chorherrenstift geht es um die Rolle des Papsttums und um das barocke Lebensgefühl der damaligen Zeit. In Mattighofen wird die Rolle der Habsburger und Wittelsbacher zur Zeit Napoleons und in der Zeit der Befreiungskriege und im Wiener Kongress aufgearbeitet. Die Neuzeit bis zum Ende des 20. Jhdt. wird in einer zusätzlichen Ausstellung im Bezirksmuseum Herzogsburg in Braunau aufgearbeitet ("Sonderausstellung von Napoleon bis heute"), die jedoch nicht Bestandteil der Landesausstellung ist.

Frau Dr. Kink verstand es durch ihren in bayerischer Sprache frei vorgetragenen, lebendigen und reich bebilderten Vortrag allen Teilnehmern Lust auf den Besuch der Landesausstellung zu machen.

Fotos einiger Exponate von der Pressestelle des HdbG