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Bericht zur Adventsveranstaltung in Wildenwart

kirche-wildenwartZur vorletzten Veranstaltung des Jahres am 7. Dezember 2012 fanden sich ca. 50 Teilnehmer ein, um nach einem Spaziergang durch Wildenwart gemeinsam in der Schlosswirtschaft bei einem kalt-warmen Buffet das Jahr zu beschließen.

rupert woerndlRupert Wörndl, Vorsitzender des Heimat- und Kulturvereins Frasdorf, begrüßte die Teilnehmer und lud sie ein, zunächst die Pfarrkirche von Wildenwart zu besichtigen. Franz V. von Modena (1819 - 1870), der mit Adelgunde Auguste von Bayern (1823 - 1914), einer Tochter Ludwigs I. verheiratet war, erwarb 1862 das völlig heruntergekommene Schloss Wildenwart von der Gewerkschaft Achtal-Hammerau. Er ließ es restaurieren und neu möblieren. Im Zuge der Renovierung wurde auch eine neue Schlosskapelle errichtet, die auch den Bewohnern von Wildenwart zur Feier der heiligen Messe zur Verfügung stand. Nach Franz' Tod erbte seine Nichte, Marie Therese von Habsburg Este, damalige Frau des Prinzen Ludwig III., das Schloss und den restlichen Besitz um Wildenwart. Nach dem 1. Weltkrieg und der Revolution diente Wildenwart dem Königspaar Ludwig III. und seiner Frau Marie Therese als Wohnsitz. Nach dem Tod des Königs 1921 wurde Schloss Wildenwart von den Prinzessinnen Hildegard (1881 - 1948) und Helmtrud (1886 - 1977) bewohnt, heutiger Hausherr ist Herzog Max in Bayern

hochaltar-wildenwart-21932 wurde auf Betreiben eines Kirchenbauvereins und auch durch Unterstützung des damaligen Erzbischofs von München und Freising, Kardinal Faulhaber, mit dem Bau der Pfarrkirche begonnen. Der Grund wurde von der Schlossherrschaft zur Verfügung gestellt, und auch der Kardinal steuerte aus Sammlungen einen namhaften Betrag bei. Die neue Kirche wurde am 15. Juli 1932 geweiht. Das Altarbild stammt von Maximilian Freiherr von Schellerer (1892 - 1982) und zeigt den König und die Königin, die dem wahren Christkönig huldigen.

Zur Etymologie des Namens "Wildenwart": er kommt von "Warte in der Wildnis", denn diese "Warte" wurde im 1200. Jahrhundert von den Herren von Greimharting zum Schutz eines Übergangs über die Prien errichtet. Die Greimhartinger waren Ministeriale der Grafen von Falkenstein. Um 1400 ging Wildenwart in den Besitz der Herren von Hirnsberg über, die auch schon die Herrschaft in Hohenaschau inne hatten. 1540 erwarb Pankraz von Freyberg Wildenwart. Nach dem Aussterben der Freyberger wechselte Wildenwart mehrfach den Besitzer, bis Max V. von Preysing im Jahre 1771 die Herrschaft Wildenwart käuflich erwarb. Damit waren die Herrschaften Hohenaschau und Wildenwart wieder vereint. Max V. ließ das Schloss und die Nebengebäude restaurieren , in der Schlosskapelle wurde von Joseph Götsch, einem Schüler Ignaz Günters, ein neuer Altar errichtet. Nach dem Aussterben der Linie Preysing Hohenaschau im Jahre 1853 verfiel das Schloss, 1862 erwarb Franz V. von Modena Schloss Wildenwart.

schloss-wildenwartNach dem Bau der Umgehungsstraße um Wildenwart im Jahre 2005 konnte das Ensemble, bestehend aus dem Schloss, der Schlosswirtschaft, einem Ökonomiegebäude und einer Gärtnerei wieder in der ursprünglichen Form hergestellt werden.

Nach dem kenntnis- und detailreichen Vortrag, in dem Rupert Wörndl es verstand, die wechselvolle Geschichte der Herrschaft Wildenwart ausgezeichnet zu beleuchten, freuten sich alle auf eine Stärkung und ein wärmendes Getränk in der Schlosswirtschaft.

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