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Bericht zum Ausflug "Von Rabenden nach Baumburg"

Der Bus verließ Aschau pünktlich um 10:00 Uhr und war trotz des verschobenen - früheren - Termins mit ca. 40 Teilnehmern gut besetzt.

Hochaltar RabendenErste Station war Rabenden, wo wir die "Katholische Filialkirche St. Jakobus d. Ä." besuchten. Unter sachkundiger Führung des Mesners Andreas Müller erfuhren wir einiges über den "Meister von Rabenden" und sein von ihm geschaffenes Meisterwerk, den dreiflügeligen Hochaltar. Dieser zeigt neben Szenen aus dem Leben Mariens Figuren der Apostel Simon, Jakobus d. Ä. und Judas Thaddäus. Im geschlossenen Zustand sind u. a. die Heiligen Hieronymus, Sebastian und Augustinus zu sehen. Die Identität des Meisters ist bis heute unbekannt, man weiß aber, dass er in Etwa in der Zeit von 1480 bis 1530 gelebt hat, und dass er in dieser Zeit ca. 100 Werke geschaffen hat, die im gesamten oberbayerischen Raum anzutreffen sind. Andreas Müller erzählte auch einige Anekdoten über die Kirche, so beschädigte zum Beispiel ein Blitz - nachdem er von der Kirchturmspitze quer durch das Kirchenschiff gerast war - den Altar. Der Mesner selbst war für einen weiteren kleinen Schaden verantwortlich. Er hatte nämlich auf Bitten einiger Besucher die Altarflügel geschlossen, worauf einer der Flügel aus den Scharnieren brach und zu Boden fiel.

Die nächste Station war die "Kath. Filial- und Wallfahrtskirche St. Wolfgang", St. Wolfgang
die wir nach einem Fußmarsch von ca. 2,5 km erreichten. Die Mesnerin Barbara Schleifer zeigt uns zunächst den "Schlupfaltar". Dieser ist um einen eiszeitlichen Findling herum gebaut und besitzt Auswaschungen, die seit jeher als "Fußabdruck" des Hl. Wolfgang verehrt werden. Schlupfsteinen wird eine schmerzlindernde Wirkung nachgesagt, da die Beschwerden beim Durchschlüpfen "abgestreift" werden. Die Kirche selbst wurde 1400 geweiht, der Turm stammt jedoch aus dem 13. Jhdt. Früher war die Kirche die letzte bayerische Station eines Pilgerweges, der von Franken über Regensburg zum Wolfgangsee führte. In der Mitte des barocken Hochaltars thront die Figur des heiligen Wolfgang, der, so erzählt es die Legende, hier im 10. Jhdt. Rast gemacht und gepredigt hat.

Die "Kath. Filialkirche St. Petrus und Paulus" in Kirchberg, ca. 2 km von St. Wolfgang entfernt, beherbergt neben dem neugotischen Altar mit Figuren der Kirchenpatrone und Mariens, auch eine schöne "Rosenkranzmadonna" aus der Rokokozeit.

BaumburgDie letzte Station, Baumburg, war nach weiteren 2,5 km erreicht. Wir überquerten die Alz und machten kurz Station am Friedhof von Baumburg, auf dem in einem Massengrab Gefallene aus der Schlacht bei Hohenlinden bestattet sind. Die "Kath. Pfarr- und ehem. Klosterkirche St. Margaretha" stammt ursprünglich aus dem 11. Jhdt. 1105 wurde das Augustiner Chorherrenstift nach dem Tod der Stifterin, der Gräfin Adelheid von Sulzbach, durch ihren dritten und letzten Ehemann gegründet. In dem Altarbild des Hochaltars ist das Leben und das Martyrium der Patronin, der hl. Margareta dargestellt. Einen großen Raum nimmt jedoch eine Darstellung Ludwigs XIV. mit seiner Gemahlin ein, die den neugeborenen Thronfolger in den Armen hält. Sie spielen eine Stellvertreterrolle für das bayerische Kurfürstenpaar, das sehnlichst auf Nachwuchs wartet. Margareta galt als Helferin bei kinderlosen Ehen. Das Leben und Wirken des hl. Augustinus, Baumburg war ja ein Augustiner Chorherrenstift, ist im Deckenfresko dargestellt und wurde von unserer Führerin, Frau Höcherl, auch ausführlich und kundig erklärt.

Die sehr kalte Kirche und der inzwischen sich zu Wort meldende Magen - inzwischen war es 16:00 Uhr geworden - trieb uns in die Klosterwirtschaft, wo ein verspätetes Mittagessen auf uns wartete, bevor wir um ca. 17:15 Uhr wieder unseren Heimweg antraten.

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