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Auf Ratzinger's Spuren

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Ein kleines Häufchen Aufrechter folgte im Rahmen eines Ausfluges nach Traunstein "Ratzinger's Spuren". Es hatten sich lediglich 12 Personen eingefunden und so schien der große Bus, der uns nach einer Fahrt von ca. 30 Minuten am Ziel ablieferte, etwas überdimensioniert. Vorbereitet und geplant hatte diesen Ausflug Hans Helmberger, der Vorsitzende des Historischen Vereins Traunstein, der uns auch zusammen mit dem Leiter des Heimathauses, Dr. Jürgen Eminger, führte.

Seminar TraunsteinDie erste Station war das "Erzbischöfliche Seminar St. Michael" in Traunstein. Dieses wurde 1929 von Kardinal Faulhaber gegründet, um aus dem Chiemgau verstärkt den Priesternachwuchs zu fördern. Heute wird das Seminar als katholisches Knabeninternat betrieben und ist mit ca. 30 Seminaristen deutlich unterbelegt. Bekanntester Zögling war von 1939 bis 1945 Josef Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI. Seminardirektor Markus Moderegger gab uns einen Einblick hinter die Kulissen des Seminarbetriebes, wobei er ausführte, dass das Seminar zunehmend im Wettbewerb mit Ganztagesschulen stünde, auch den einen oder anderen Seitenhieb auf die derzeitige unbefriedigende Situation des bayerischen Schulwesens brachte er an. Wir konnten auch die Seminarkirche St. Michael und die "Bischofswohnung" besichtigen. Die Ratzinger gewidmete Ausstellung von Fotografien und Dokumenten - hier wurde sein Lebenslauf nachgezeichnet - konnten wir leider nicht ausreichend studieren.

Danach ging es in dem inzwischen herbeigebrachten kleineren Bus weiter zum Karl-Theodor-Platz. Hier befand sich bis zum Jahr 1912 die Saline von Traunstein, in der aus der Salzsolephoca thumb l 2-saline-5, die von Bad Reichenhall per Soleleitung hergeleitet wurde, Salz gewonnen wurde. Dazu mussten Unmengen von Holz verfeuert werden, das auf der Traun aus den umliegenden holzreichen Bergen "getriftet" wurde. Um die Saline befanden sich die Wohnhäuser der Salinenarbeiter. Die Kirche, die heutige "Salinkirche", den Heiligen St, Maximilian und Rupert geweiht, wird in den Sommermonaten für Gottesdienste genutzt.

Danach stiegen wir hinauf zum Stadtplatz, der - auch angesichts der inzwischen scheinenden Sonne - fast italienisch anmutete. Die Stadt Traunstein wurde im Laufe ihrer Geschichte von mehreren Bränden heimgesucht, dem letzten im Jahre 1851 fiel die gesamte Altstadt zum Opfer. Den Traunsteinern gelang der Wiederaufbau innerhalb der folgenden sechs Jahre, bis auf eine Ausnahme: der Jacklturm wurde erst im Jahr 1998 mit Hilfe eines Fördervereines wieder errichtet.

Im Heimatmuseum konnten wir das alte Traunstein in einem Modell von 1880 bewundern. In diesem Museum sind auch zahlreiche Exponate untergebracht, wie alte Spielzeuge, Sakrale Kunst und Gemälde.

Letzte Station war das Kircherl "St. Vitus und St- Anna". Zuvor machten wir noch einen kurzen Abstecher zum ehemaligen Wohnhaus der Ratzingers, das jedoch einen etwas phoca thumb l 5-veitdesolaten Eindruck hinterließ. Das kleine gotische Kircherl aus dem 15. Jhdt. liegt schön auf einer Anhöhe. Es ist das Ziel des jährlichen Georgirittes am Ostermontag. Der Hochaltar Im Inneren ist Maria, Anna und Joachim gewidmet, an den Seitenwänden befinden sich Fresken, die die 14 Nothelfer und Szenen aus dem Leben des Hl. Vitus zeigen.

Nach einer Brotzeit im Sailer-Keller konnten wir gestärkt um 17:45 Uhr die Heimreise antreten, nicht ohne uns vorher noch für die kenntnisreiche Führung bei den Herren Helmberger und Dr. Eminger zu bedanken.

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