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„Stürmische“ Exkursion des HGV Aschau

red-DSC 0210Umweltfreundlich mit der Deutschen Bahn reisten 35 Mitglieder des Heimat- und Geschichtsvereins Aschau i.Ch. nach München. Was zu Beginn der Fahrt niemand so recht wusste, ging auch ein gewisser Orkan, namens „Nicklas" mit auf die Tour. Zunächst verlief alles planmäßig. Dr. Kürzeder, Leiter des Diözesanmuseums in Freising und sein Kollege, Dr. Mensch, führten die Aschauer in der Kunsthalle der Hypo-Bank München mit exzellentem Hintergrundwissen durch die Ausstellung „Mit Leib und Seele". Die Rokoko-Zeit, die in der Landeshauptstadt ihren Ausgang nahm und nach ganz Bayern ausstrahlte, wurde anhand von erlesenen Exponaten (Ignaz Günther, Johann Baptist Straub, Egid Quirin und Cosmas Damian Asam, etc.) aus der gesamten Region lebendig. Das Interesse galt natürlich ganz besonders den beiden edlen Exponaten, welche die kath. Pfarrkirchenstiftung Aschau beisteuerte. Die aus Silber getriebenen Figuren des Hl. Nepomuk und des Hl. Florian, fertigte nach Entwürfen von Ignaz Günther der Goldschmied Johann Ignaz Franzowitz im Jahre 1766 für die Hauskapelle des Münchner Preysing-Palais. Sie gelten als vollendete Meisterwerke der Rokoko-Kunst.

Am Nachmittag stand ein Besuch des Bayerischen Staatsarchiv auf dem Programm. Archivrätin Dr. Christine Kofer führte die Teilnehmer exklusiv durch die Räume und erläuterte die Organisation und Aufgaben des Staatsarchivs. Die Gruppe durfte sogar einen Blick ins „Allerheiligste" des Archivs tun, einen der drei riesigen Magazin-Keller, in dem auch das komplette Archiv der Herrschaften Hohenaschau und Wildenwart lagern. Frau Kofer zeigte dann zum Abschluss ihrer interessanten Ausführungen noch einige Original-Schriften und Zeichnungen. Dabei auch das älteste gesiegelte, auf Pergament geschriebene Schriftstück aus dem Jahre 1318. Beeindruckt verließen die Besucher das Gebäude.

Der „Empfang" mit heftigem Sturm und waagrechtem Regen vor dem Gebäude verhieß nichts Gutes. Tatsächlich war der Münchner Hauptbahnhof dann mit Eisengittern verschlossen. „Nicklas" hatte das Dach beschädigt, so dass aus Sicherheitsgründen der ganze Bahnhof evakuiert und gesperrt werden musste. Am Ostbahnhof, wohin sich die Gruppe „flüchtete", ging gar nichts mehr. Die Zugverbindungen nach Rosenheim und Mühldorf waren durch Unwetterschäden unterbrochen. Guter Rat war im wahrsten Sinne des Wortes „teuer". Nach geraumer Zeit des Wartens mit Hunderten anderen Reisenden, griffen die Teilnehmer zur Selbsthilfe. Angehörige wurden mobilisiert und fuhren mit den Autos nach München und erlösten die Wartenden aus der Klemme, in die sie unfreiwillig geraten waren. Die letzten drei Mitglieder „landeten" gegen 1 Uhr morgens in Aschau. So wird diese Reise wohl den meisten unter den Aspekten „Kulturgenuss" und „Nicklas" noch lange in Erinnerung bleiben.

Wolfgang Bude