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Vom Tatzelwurm über den Bichler-See nach Ried und Schweinsteig

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Bei sommerlichen Temperaturen führte die kulturhistorische Wanderung des Aschauer Heimat- und Geschichtsvereins diesmal auf angenehme Höhen im Brünnsteingebiet. Kreisheimatpfleger Knut Stolte hatte zwei besondere „Schmankerl" auf die Tagesordnung der Exkursion gesetzt.

Mit dem Schaitl-Bus fuhr die Gruppe von Oberaudorf hinauf bis zum Tatzelwurm. Von dort ging es zu Fuß, immer dcas eindrucksvolle Gebirgspanorama vor Augen, bis auf etwa 950 m Höhe hinüber zum idyllisch gelegenen Bichler-See, der zu einer willkommenen Rast einlud. Die angenehm auffrischende Bergluft machte das Weiterwandern zum Vergnügen.

phoca thumb l Ried-2-2Die erste Station, die Einöde Ried bei Fahrenberg, eingebettet in einen Talkessel, war bald erreicht. Neben dem alten Bauernhaus aus dem 18. Jahrhundert, steht dort ein unscheinbares, mit Schindeln verkleidetes Holzkirchlein, das von außen eher einem Schupfen als einer Kapelle gleicht. Aber als die Bäuerin das Kirchlein öffnet, staunen die Aschauer nicht schlecht. Sie glaubten die verkleinerte Ausgabe eines großen Barock-Gotteshauses vor sich zu sehen. Die Marien-Kapelle stammt nämlich von 1729 und ist in beachtlichem bäuerlichem Barock ausgestattet. Eine unvermutete Augenweide, die von der innigen Frömmigkeit der in abgelegener Einsamkeit lebenden Menschen zu erzählen scheint.

Nach anregendem Gespräch mit den Bauersleuten zog die Gruppe weiter zum nur etwa 20 Minuten entfernten Weiler Schweinsteig. Ebenfalls ein historischer Platz, der sich schon im 12. Jahrhundert nachweisen lässt. Hier sieht man bereits von einiger Entfernung eine mittelgroße Hofkapelle mit einem barocken Türmchen neben zwei alten Höfen stehen. Der junge Bauer sperrte uns liebenswürdigerweise die Kapellentür auf, und wieder sind wir überwältigt von dem unerwarteten Anblick, als wir die Kirche betreten. phoca thumb l Schweinsteig-3-1Die Rokoko-Ausstattung des Marienheiligtums erstrahlt frisch restauriert. Vor allem die Deckengemälde und die reiche Auszier der Kapelle beeindrucken uns sehr. Das gleiche gilt für die bezaubernde Aussicht hinüber zum Brünnstein, die man vom Weiler Schweinsteig aus genießen kann.

Erfreut über den erlebnisreichen Nachmittag wanderten wir frohgemut den letzten Abschnitt unserer Tour nach Seebach (Heimathof von Hans Berger) zurück, wo uns der Bus erwartete. Eine zünftige Einkehr im Biergarten des Gasthof Waller, nahe dem Kloster Reisach, rundete den sommerlichen Wandertag harmonisch ab.

Bedauerlich, dass nicht mehr Mitglieder des Geschichtsvereins an dieser gelungenen Bergwanderung mit heimatkundlichen Höhepunkten teil genommen haben!

Fotos des Ausflugs