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Siebtes Adventssingen in der Aschauer Festhalle

„Man muss warten können, das Warten hat seinen ganz besonderen Reiz"

Von: Heinrich RehbergAschauer Stubnmusi

 „Man muss warten können, das Warten hat seinen ganz besonderen Reiz, vor allem im Advent“, sinnierte Georg Antretter beim siebten Alpenländischen Adventssingen des Heimat- und Geschichtsvereins Aschau in der Aschauer Festhalle, „das Warten kann so schön sein, die Spannung auf die eine große Stunde des Christfestes wird für die Kinder gesteigert und doch verkürzt mit dem täglichen Adventskalendertürchen, mit den vier Kerzen des Adventskranzes und mit den vielen Heimlichkeiten der Vorweihnachtszeit“. Das alles gelte es für die Menschen richtig und bewusst zu erleben, dann sei die Zeit des Advents eine echte Vorbereitung auf die Feiertage und kein stressverursachender Festrausch mit dem anschließenden Kater.

 

Riederinger Hüatabaum und -madlnDie Zuhörer in der voll besetzten Aschauer Festhalle wählten mit ihrem Besuch ihren eigenen Weg in den Advent und wurden nicht enttäuscht: „Es war scho a bsundare Nacht“, es war ein Abend, wie man sich seit Jahrzehnten Advent, Herbergssuche und Christi Geburt im alpenländischen Raum vorstellt, sogar Schnee fiel vom Himmel, allerdings ziemlich nass. Heimelig mit Tannengrün und flackernden Kerzen war die gesamte Halle dekoriert, staad war es auch, so staad, dass man die Kerzen brennen hörte. Bewusst habe der Heimat- und Geschichtsverein nichts im Ablauf geändert und auch keine neue Musik- oder Gesangsgruppe ausgewählt, so der zweite Vorsitzende Wolfgang Bude, die Besucher wollten das eingespielte Ritual – vor allem die Hüata-Baum und Dirndl - sehen und hören, nur dann könne es Weihnachten in Aschau und im Priental werden.

Georg Antretter erzählte von den Engeln und brachte das Wirken der Himmlischen den Schwarzensteiner SänerginnenIrdischen nahe, er las eine halbe Geschichte der unvergessenen Gustl Laxganger aus Rosenheim zur Vorbereitung des Himmels und seiner Engelsbuben auf die Geburt des Herrn vor und gab den Besuchern Hinweise auf die Sachranger Engelsausstellung und auf die schönsten Krippen in der Region, sei es in Umrathshausen, auf der Fraueninsel, in der Aschauer Pfarrkirche oder bei vielen Privatleuten.

Samer SängerDie Musik passte zum stillen Abend, Gabi Reiserer stellte das Programm zusammen: die Samer Sänger und die Schwarzensteiner Sängerinnen, die Hohenaschauer Musikanten und die Aschauer Stubenmusi brachten es - wie jedes Jahr - fertig, mit ihrem Gesang und ihrer Musik die Halle mit über 400 Zuschauern zur gemütlichen Bauernstube zu machen und alle Zuhörer in das Geschehen auf der Bühne mit einzubeziehen. Die Höhepunkt war – wie in jedem Jahr – das Spiel der Hirten von Bethlehem und die Verkündigung des Engels. Die Riederinger Hüatabuam und Hüatadirndl zeigten das Spiel von der Verkündigung an die Hirten in Bethlehem und transponierten es aus dem heiligen Land in die heimische Umwelt in den Chiemgau, nach Schleching und nach Aschau. Sie fanden das Kindl aber nicht - wie erwartet im Aschauer Schloss - sondern im Stall, bei Ochs und Esel. Die erste Generation der Riederinger wächst langsam aus den genagelten Kinderschuhen heraus und die Dirndl sind von der Blockflöte umgestiegen auf die Geigen. Musikalisch ist das Spiel durch das mittlerweile erworbene Können der Kinder noch umfangreicher und damit reicher geworden, zwischen Bad Aussee, Salzburg, Schleching, Aschau, Riedering und dem Samerberg beherrschen sie alle volksmusikalischen Richtungen.

 Bilder zum Adventssingen 2009