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Besuch der Streichenkapelle am 6. Juli 2010

Anlässlich seines Juli Stammtisches besuchte der Heimat- und Geschichtsverein Aschau die bei Schleching gelegene Streichen Kapelle.  Als Führer konnte der Altbürgermeister und 2. Vorstand des Heimat- und Geschichtsvereins Achental Fritz Irlacher gewonnen werden.

Die „Wallfahrtskirche St. Servatius auf dem Streichen“, so der offizielle Name, ist berühmt durch ihre Fresken aus dem 15. Und 16. Jahrhundert und durch ihre wertvollen Schnitzaltäre, darunter ein Kastenaltar um 1410 mit einer Holzskulptur, die  den Hl. Servatius zeigt.

Fritz Irlacher verstand es lebendig und anschaulich die Geschichte und „Geschichten“ rund um die Kirche zu erzählen. Streichen, ursprünglich „Strichen“ ist ein anderes Wort für „Saumpfad“, und dies gibt bereits einen Hinweis auf die wechselvolle Geschichte der Gegend um Schleching, das ja unmittelbar an der bayerisch- österreichischen Grenze liegt. Und so kreisten viele der Episoden, die Fritz Irlacher erzählte, um Schmuggler und Räuber, die das Grenzgebiet unsicher machten, sowie um Kriege zwischen Bayern und Österreich, deren Spuren immer noch an vielen Stellen sichtbar sind.

Erbaut wurde die Kirche ursprünglich im 15. Jhdt. aus Resten der „Streichenburg“, die sich in unmittelbarer Nähe befand. Während eines Umbaus wurden die Fresken überputzt, erst anlässlich eines Blitzeinschlages im Jahr 1919 kamen Teile davon wieder zum Vorschein. Es dauerte aber noch bis 1954 , als der neugegründete „Streichen Kreis“, dessen erstes Mitglied der damalige Bundespräsident Theodor Heuss war, sich der Kirche annahm und die Fresken wieder freilegen ließ. Neben dem Hl. Christophorus, der als „kräftiger Kerl“ mit einem Baum als Stecken dargestellt ist, zeigen die Fresken unter anderem Szenen aus dem Leben und dem Martyrium von Heiligen (z.B. Hl. Erasmus). In der Krippenszene ist in einer Standarte das Wappen der Freyberg erkennbar, deren Einfluss damals auch bis Schleching reichte.

Die nachfolgende Andacht für die verstorbenen Mitglieder wurde von Paula Eder - durch Hans Rucker kurzerhand zum „halben Pfarrer“ ernannt -  gestaltet und von der Aschauer Stub’nmusi stimmungsvoll umrahmt. Der Abend klang bei einer Brotzeit im historischen Gasthof Streichen aus.

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