Aktuelles

Dr. Ulrich Feldmann bleibt Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins Aschau

red aschau hug vorstandschaft
Die neu gewählte Vorstandschaft des Heimat- und Geschichtsvereins Aschau (HGV Aschau) mit Schatzmeister Josef Bauer, dem Vorsitzenden Dr. Ulrich Feldmann, Schriftführerin Ingrid Stegherr und dem stellvertretenden Vorsitzenden Wolfgang Bude (von links)

Dr. Ulrich Feldmann bleibt Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins Aschau (HGV Aschau). Bei den turnusmäßig anstehenden Neuwahlen unter der Leitung von Bürgermeister Peter Solnar wurde er einstimmig für eine weitere dreijährige Amtszeit in seinem Amt bestätigt. Ebenfalls ohne Gegenstimme wurde Wolfgang Bude zum zweiten Vorstand gewählt. Dr. Feldmann wies darauf hin, dass nach diesen drei Jahren endgültig Schluss sei, beide Vorsitzende seien dann Mitte 70 und werden sich aus der Vereinsführung zurückziehen. Frühzeitig will sich die Vorstandschaft nun auf die Suche nach geeigneten Nachfolgern machen. Schatzmeister Josef Bauer wurde ohne Gegenstimme wiedergewählt, für Schriftführer Richard Brandl, der sich nach sechs Jahren aus der Vereinsführung verabschiedete, folgt Ingrid Stegherr nach. Sie arbeitete bisher bereits im Archiv im Bahnhofsgebäude. Brandl wird sich weiterhin um den Internetauftritt des Vereins kümmern. Das Gremium vervollständigen die drei Beisitzer Christine Pfaffinger, Ulrike Lauwitz und Georg Antretter. Das Amt der beiden Kassenprüfer übernahmen wieder Anneliese Staniszewski und Gerd Kalckbrenner. Derzeit gehören dem Verein - trotz vieler Abgänge durch Tod und Wegzug - 510 Mitglieder an. Der Mitgliederstand hat sich auf dieser Ebene seit mehreren Jahren eingependelt, so Dr. Feldmann, wünschenswert wäre es für die Durchsetzbarkeit mancher Vorhaben, wenn der Verein über bedeutend mehr Mitglieder verfügen könne.



„350 Jahre lang bestimmte die Eisenindustrie das Leben in Aschau und im Priental, am Hammerbach sind auch heute noch die Spuren der damaligen Zeit zu sehen. Leider verfallen diese Bauten und Siedlungsspuren immer mehr“. Der Heimat- und Geschichtsverein stiftet zu seinem 30-jährigen Bestehen ein Denkmal, das an die Eisenindustrie, den Haupterwerb der Aschauer über 350 Jahre hinweg erinnern soll. Es wurde vom Bürgermeister bei strömendem Regen am Rathaus enthüllt. Der Aschauer akademische Bildhauer Christian Huba entwarf die Skulptur im Zusammenwirken mit dem Heimat- und Geschichtsverein und goss die zentnerschwere Bronze-Gedenkplatte. Alle anfallenden Kosten übernahm der Verein.

Der stellvertretende Vereinsvorsitzende Wolfgang Bude erhielt den Sachrang Preis 2015: „Seit 1978 als Sachrang Teil der Gemeinde Aschau wurde, hat sich Wolfgang Bude erfolgreich dafür eingesetzt, dass wichtige Themen der Sachranger Heimatgeschichte wieder ins Bewusstsein gekommen sind“, so Georg Antretter bei der Verleihung des Preises. „Das Zusammenwachsen der einzelnen Orte zur großen „Priental“ Gemeinde war sein großes Anliegen“. Das Preisgeld stellte Bude dem Heimat- und Geschichtsverein zur Verfügung. Am selben Tag stellte Wolfgang Bude sein Buch über „Max Hickl, der Lehrer von Stein“ vor. Das Buch bringt dem Leser die Geschichte zwischen 1908 und 1927 und das Leben der einfachen Menschen im Priental näher. Der Verein übernahm über 1000 Foto-Glasplatten aus dem Nachlass von Max Hickl und ließ sie bei Foto Berger in Prien digitalisieren, um sie so für die Nachwelt zu erhalten. „Hickl und seiner Fotoleidenschaft verdanken wir einen Bilderschatz, mit dem er dem Leben und Wirken der Menschen in den weit verstreuten Weilern und Einöden des engen Tales ein fotografisches Denkmal setzt“. Das Buch ist in Aschau beim Heimat- und Geschichtsverein, in der Tourist Info und bei den üblichen Verkaufsstellen erhältlich.

Die Teilnehmerzahlen bei den Schlossführungen waren rückläufig; die Kinder, die an den eigens konzipierten Kinderführungen „Wilde Ritter, freche Feen“ teilnahmen, hatten ihren Spaß daran und lernten ohne erhobenen Zeigefinger viel dazu. 13 Männer und Frauen sind im Schloss als Führer, an der Kasse oder für die Betreuung und Reinigung der Objekte beschäftigt, weitere Mitarbeiter wären höchst willkommen.

Sebastian Aringer war in den vergangenen Jahren als Sondengeher im Gemeindbereich von Aschau höchst erfolgreich. Als neuesten Fund zeigte er der Versammlung einen reichen Frauenbrustschmuck, ein sogenanntes Pectorale, aus reinem Gold aus der Zeit von 1200 vor Christus. Ein ähnlicher Fund wurde im Alpenraum bisher nur ein einziges Mal gemacht. Mehrere gut erhaltene Rasiermesser und ein Teil einer Sichel waren in unmittelbarer Nähe des Fundortes des Goldschmuckes. Die genaue Fundstelle nannte Aringer natürlich nicht, das wertvolle Stück und die Fundstelle müssen zunächst wissenschaftlich ausgewertet werden.

Dr. Ulrich Feldmann bedankte sich bei der Gemeinde Aschau für die Möglichkeit, die Räume im Bahnhofsgebäude mieten zu können und die stets vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit und Unterstützung. Schatzmeister Josef Bauer zog in seinem Rechenschaftsbericht trotz roter Zahlen eine insgesamt positive Bilanz. Auf Antrag der beiden Kassenprüfer Gerd Kalckbrenner und Anneliese Staniszewski wurde die Vorstandschaft einstimmig entlastet.