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Fahrt nach Augsburg (Maximilianmuseum), 10. September 2010

MaximilianmuseumDas Maximilianmuseum liegt im Herzen der Stadt Augsburg. Es wurde 1855 in den Renaissancepalästen zweier Augsburger Kaufmannsdynastien errichtet und nach dem damaligen bayerischen König Maximilian II. benannt. Es beherbergt neben umfangreichen Sammlungen von z. B. Skulpturen, wissenschaftlichen Instrumenten oder Münzen, in diesem Jahr einen Teil der bayerischen Landesausstellung 2010. Unter dem Titel „Künstlich auf Welsch und Deutsch“ werden die kulturellen Beziehungen zwischen Bayern und Italien im 15. Und 16. Jahrhundert beleuchtet. Nach dem vorangehenden Besuch der Ausstellung „Sehnsucht, Strand und Dolce Vita“ besuchte der Heimat- und Geschichtsverein nunmehr am 10. September 2010 diesen dritten Teil im Maximilianmuseum.


Die Zeit am Ende des 15. und dem Beginn des 16. Jahrhunderts ist geprägt vom Übergang aus der Epoche der Gotik in die Epoche der Renaissance deren künstlerische Wurzeln in Italien zu finden waren. Hier sind so bekannte Namen wie Leonardo da Vinci, Luca Signorelli, Sandro Botticelli und noch viele andere zu nennen.

Die gotische Formensprache, die geprägt war durch eine „flache“ Darstellung ohne Perspektiven, in der auch den Gegebenheiten der Anatomie nicht Rechnung getragen wurde, wurde ersetzt durch eine konsequent ausgeführte Zentralperspektive mit Fluchtpunkt und Horizont, sowie eine anatomisch korrekte Darstellung der abgebildeten Menschen.

So sahen wir u. a. Bilder von
Madonna, Holbein
Hans Holbein der Ältere (1465-1524), dessen Werk den Übergang zur Renaissancemalerei markiert.

Albrecht Dürer (1471-1528), der selbst einige Zeit zu Studienzwecken in Venedig verbracht hat. Der Doge von Venedig har sogar versucht, ihn in Venedig zu halten, Albrecht Dürers Werke wurden sogar von italienischen Künstlern kopiert.

Christoph Amberger (1505-1562), einem der bedeutendsten damaligen Porträtisten. Wir sahen Porträts von Konrad Peutinger (1465-1547) und seiner Frau Margarete. Peutinger war uns bereits in Füssen begegnet, wo sein Lebenswerk als Humanist und bedeutendem Sammler gewürdigt wurde. Aus dem Besitz Peutingers konnte erstmals nach der Restaurierung den „Seld-Plan“ von 1521 sehen, der Augsburg aus der Vogelperspektive zeigt. Peutinger war ein Vertrauter von Kaiser Maximilian I., und als solcher plante er eine Genealogie des Kaiserhauses, anhand derer bewiesen werden sollte, dass sich die Linie zurück bis zu Julius Cäsar verfolgen ließ. Die Portraits sollte anhand von Münzbildern ein anderer bekannter Künstler seiner Zeit fertigen, nämlich

Hans Burgkmair der Ältere (1473-1531). Von den 100 Holzschnitten, die er für das Kaiserbuch fertigte, sind nur noch 20 erhalten.

Lucas Cranach der Ältere (1472-1553) und Tizian (14?-1576), deren Portraits von Karl V. und Kurfürst Johann Friedrich I. von Sachsen durch ihre Natürlichkeit der Abbildung beeindruckten.

Jörg Breu der Ältere (1475/1480-1537) gestaltete unter anderem die Fuggerkapelle der St. Anna Kirche in Augsburg mit. Die Gemälde auf den Orgeltüren stellen "Die Erfindung der Musik", und "Die Verbreitung der Musik" dar.
Augsburg, Perlach
Aber auch die Architektur wurde durch die Renaissance beeinflusst. So gestaltete der damalige Stadtbaumeiser Elias Holl zwischen 1612 und 1618 den damals schon mehr als 600 Jahre alten Perlachturm im Stil der Renaissance um, indem er ihn erhöhen und mit einer „welschen“ Haube krönen ließ.

Nach dem vorangehenden Besuch von „Sehnsucht, Strand und Dolce Vita“ war der Besuch dieser Ausstellung mit dem kulturhistorischen Exkurs in den Beginn der Renaissance eine etwas schwerere Kost, die leider auch durch unsere Führerin nicht leichter wurde. Dies wurde jedoch durch die hohe Qualität der ausgestellten Exponate wieder mehr als wett gemacht.

Leider war in der Ausstellung fotografieren nicht erlaubt. Das Bild der Madonna von Hans Holbein ist dem Internetauftritt des Hauses der Bayerischen Geschichte entnommen.