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Barocke Malerei im Laubensaal auf Schloss Hohenaschau

Karnutsch_3Nach Jahrzehnten des „Rätselratens" endlich Klarheit: die Restauratoren der barocken Wandmalerei im historischen Laubensaal auf Schloss Hohenaschau haben die Signatur des Malers „Jacop Karnutsch" gefunden. Sie ist auf der rechten Seite der Westwand, auf der die römische Villa Pamphilj dargestellt ist, zu sehen. Auf einer Predella über einem Fensterbogen im Obergeschoss hat sich der Künstler, der u.a. auch am Herrenchiemseer Inseldom arbeitete, verewigt. Karnutsch_8Damit bestätigten sich die Vermutungen des Priener Kunsthisorikers Peter von Bomhard aus den 1950er Jahren und die Recherchen von Dr. Johannes Erichsen (Präsident der Verwaltung der Bayerischen Schlösser, Seen und Gärten) aus dem Jahre 2007. Leider ist eine zweite Signatur nicht mehr lesbar. Dabei handelt es sich mit größter Wahrscheinlichkeit um Karnutschs Kollegen, Joseph Eder, der häufig mit ihm zusammen Aufträge ausführte. Beide wohnten um diese Zeit (1686) in Prien. Wie Restaurator Wolfgang Lauber meint, könnte es durchaus sein, dass es sich bei dem Mann mit Perücke an einem Fenster des Palastes, der einen Hut in der Hand hält, um ein Selbstportrait von Jacop Karnutsch handelt.

Mit diesem bemerkenswerten „Schlusspunkt" gehen mittlerweile die aufwändigen Restaurierungsarbeiten (seit 2006, ca. 236.000 €) an der kostbaren Wandmalerei des Laubensaales unter Federführung des Aschauer Heimat- und Geschichtsvereins dem Ende entgegen. Dennoch werden die Restauratoren auf Schloss Hohenaschau nicht auf Dauer ihre Zelte abbrechen. Was noch unbedingt wieder hergestellt werden muss, sind die im unteren Bereich des Saales (ca. 1 m zwischen Dielenboden und Gemälden) stark geschädigten, an die Wand gemalten Blumen umrankten Balkongeländer. Die Restaurierungskosten hierfür belaufen sich nach Kostenvoranschlägen auf rund 50.000 €. Der Verein ist zuversichtlich, das Geld für dieses regional bedeutsame Kulturdenkmal über Zuschüsse und Sponsoring zusammen zu bringen, damit der Laubensaal als Gesamtkunstwerk erhalten bleibt.

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